Sonntag, 13. Dezember 2009

Angespanntes Klima in Kopenhagen: "Sorry auch, dass wir euch wie Schwerverbrecher behandelt haben..."

Die etwa 1000 in Kopenhagen festgenommenen Klima-Demonstranten sind fast alle wieder frei. Wie die dänischen Behörden am Sonntagmorgen mitteilten, werden von 968 Betroffenen noch 13 in Arrest gehalten. Lediglich gegen drei gebe es konkrete Verdachtsmomente auf Straftaten, hieß es weiter. Behördensprecher bestätigten die Zahl am Abend und erklärten, man bedaure es, wenn Unschuldige darunter gewesen seien.

Es mag ja durchaus sein, dass unter den Demonstranten wiedermal ein paar gewalttätige Idioten waren - aber 1000 Leute festnehmen? Zuerst wird auf jede Verhältnismäßigkeit gepfiffen und anschließend drückt man halbseidig sein Bedauern aus - willkommen im Präventionsstaat des 21. Jahrhunderts, wo jeder erst einmal kriminell ist, sobald er sich politisch beteiligen möchte.

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Montag, 30. November 2009

Deutschlandfunk - Interview - "Ein Minarett gehört zu einer Moschee"

Glücklicherweise haben wir keine Referenden, denn Referenden haben das Problem: Sie verkürzen auf eine einzige Frage

Man mag ja berechtigte Kritik am Ergebnis der Moscheen-Volksabstimmung haben; aber dass die jetzt als Argument gegen Referenden im allgemeinen benutzt wird, halte ich nicht für allzu demokratisch von Herrn Laschet.

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Will die Schweiz jetzt auch Kirchtürme verbieten?

Nun ist sie also durch, die Volksabstimmung in der Schweiz, die sich gegen den Bau von Minaretten richtet. Es ist auf jeden Fall erschreckend, dass diese hässliche Kampagne der SVP, die sich so auf Islamfeindlichkeit stützte und diese geschürt hat, durchgekommen ist. Ich will nicht mit Steinen aus dem Glashaus Deutschland werfen, wer weiß, ob hier ähnliche Kampagnen nicht auch verfangen würden, trotzdem: Ich bin etwas überrascht und enttäuscht von dem Ergebnis.

Die Religionsfreiheit allerdings, verletzt diese Volksabstimmung meiner Meinung nach nicht (im Gegensatz dazu, was oft zu hören ist): Für die freie Religionsausübung schätze ich ein Minarett nicht als fundamental ein. Vielmehr ist die Frage, ob es der Religionsfreiheit dienlich ist, wenn der öffentliche Raum möglichst frei von religiösen Machtsymbolen ist. Das Kruzifx-Urteil ging ja in eine ähnliche Richtung, auch wenn hier staatliche Einrichtungen direkt betroffen waren.

Und schon kommen wir wieder zu religiösen Neutralität des Staates: Wenn der Muezzin aus Lärmschutzgründen in Deutschland nicht zum Gebet rufen darf - warum haben dann nichtchristliche Mitbürger kirchliches Glockengeläut zu ertragen? Und wenn den Muslimen der Bau religiös gewidmeter Türme verboten wird - will die Schweiz dann auch Kirchtürme verbieten, gleiches Recht für alle? Inwiefern ist hier das Argument gültig, christliche Kirchtürme seien Bestandteil einer schützenswerten abendländisch-schweizer Kultur?

Der ernshaften Diskussion solcher für die Trennung von Kirche und Staat elementarer Fragen erweist die schweizer Volksabstimmung und die SVP-Kampagne leider einen Bärendienst.

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Freitag, 27. November 2009

Wochenlinks 09-KW48

Thema der Woche:
Tanklaster-Bombardement-Informationspanne:
Zeit Online: Generalinspekteur Schneiderhan muss gehen


Medien/Netzwelt:
Murdoch: Plant Boykott von Google, will sich mit Micosoft verbünden, wird dabei aber wohl auf die Nase fallen:
Frank Patalong, Spiegel Online: Murdoch droht Debakel beim Google-Boykott


Artikel der Woche:
Peter Kruse kritisiert Internet-Thesen des FAZ-Herausgebers Schirrmacher:
Interview mit Peter Kruse bei SZ-Online


Sport:
Fußball-Wettskandal:
Andreas Rüttenauer, Taz: Auftritt der Schulterklopfer
Zeit Online: Größter Manipulationsfall Europas

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Mittwoch, 18. November 2009

Das neue ReTweet-Feature - ob das mal so gut ist?

Ab heute gehöre ich nun auch zum erlesenen Kreis, der in den Genuss dieser ReTweet-Beta bei Twitter kommt - und ich weiß noch nicht so recht, was ich davon halten soll.

Eins vorweg: Ich bin Neuerungen gegenüber grundsätzlich aufgeschlossen eingestellt und ich will nicht an einer Verbesserung herumkritisieren, nur weil es sich dabei um eine Veränderung handelt. Also machen wir doch mal eine Liste der positiven und negativen Auswirkungen:

+ einfacheres ReTweet-Handling - einen Button drücken genügt.

- das könnte natürlich auch zu mehr ReTweet-Spam führen

+ die ReTweets von Usern, die zuviel Gebrauch von dem Feature machen, können aber auch blockiert werden, so dass sie nicht mehr in der eigenen Timeline erscheinen (die normalen Tweets aber immer noch)

+ zu dem ReTweet wird das Profilbild des Ursprungs-Posters gezeigt, d.h. größerer Fokus auf diesen und evtl. größerer Anreiz, dem auch zu folgen

- man sieht nicht mehr auf den ersten Blick, wer jetzt geretweetet hat

Soweit ganz ausgeglichen. Aber ein großes Minus scheint für mich ausschlaggebend:
Es ist nicht möglich, seinen eigenen Senf zum ReTweet dazuzugeben, keine Kommentarfunktion (beim herkömmlichen ReTweet schreibt man's einfach davor), keine Möglichkeit, neue Hashtags hinzuzufügen. Tja, schade eigentlich.

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Freitag, 13. November 2009

Mittwoch, 11. November 2009

Katja Günther finde ich trotzdem doof...

... auch wenn diese Pressemeldung der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein, wonach sie zu Schadensersatz wegen Beihilfe zum Betrug  verurteilt worden sein soll, (leider?) nicht der Wahrheit entspricht.

(via Internet-Law)

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Mittwoch, 4. November 2009

Mein lieber Herr Precht, ...

... ich schätze Sie ja im Grunde genommen sehr, Sie haben mir durchaus schon mehrmals Denkanstöße geliefert; und eigentlich steht es mir ja nicht zu, Kritik an Ihnen zu üben, aber wenn Sie hier im aktuellen Spiegel (45/2009, S.151) in einem Artikel über Sloterdijk und Honneth schreiben

Eine Gesellschaft, deren meinungsführende Zeitungen bedroht sind und deren Informationsquellen sich fragmentarisieren, steht vor dem Untergang ihrer Öffentlichkeit.

dann mag das je nach Ihrer Definition von Öffentlichkeit noch zutreffen. Weiter schreiben Sie aber:

Auch hier regiert der gleiche Konflikt. Je individueller wir uns mit Information versorgen, umso haltloser wird der soziale Kitt. Dieser unbewältigte Strukturwandel der Öffentlichkeit ist es, den wir diskutieren müssen. Eine Gesellschaft 2.0 könnte am Ende gar keine mehr sein. Ein wehrloses Ensemble von Massen-Eremiten, das tatenlos zusehen muss, wie irgendwann jede Sozialnorm durch eine Marktnorm kannibalisiert wird. Eine solche Gesellschaft kennt keine Weltanschauungen oder Parteien mehr, sondern nur User.

Abgesehen davon, dass man den letzten Satz auch positiv umschreiben könnte in "Eine solche Gesellschaft kennt keine Ideologien mehr, sondern nur selbstdenkende, aufgeklärte Bürger." (was offensichtlich genauso falsch ist): Ich finde, Sie sprechen hier zu eindimensional von Fragmentierung, wo man das gemeinschaftsbildende Element des Netzes genauso hervorheben müsste. Wir sind mitten in einem Wandel der Öffentlichkeit, keine Frage - aber dieser Wandel ist gestaltbar, muss mitnichten den Untergang der Öffentlichkeit bedeuten und diese steht und fällt auch nicht mit "meinungsführenden Zeitungen".

 

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Freitag, 30. Oktober 2009

Wochenlinks 09-KW44

Thema der Woche:
Koalitionsvertrag unter Dach und Fach:
Linksammlung bei lallus.net
Neuer Bundestag konstituiert sich/Merkel als Bundeskanzlerin wiedergewählt:
Bernd Ulrich, Zeit Online: Eine Frau zwischen zwei Kanzlerschaften

Medien/Netzwelt:
Sehr genial: Die Notwendigkeit von Netzneutralität auf den Punkt gebracht:
Gizmodo: Net Neutrality Worst Case

Artikel der Woche:
Jörg Lau, Die Zeit: Wie das Amt sich auf Westerwelle vorbereitet

Bild der Woche: Wellensittich-Schwärme in Australien

Sport:

Stuttgart und Dortmund blamieren sich im DFB-Pokal:
SPON-Artikel
Zeit Online: Interview mit Thomas Hitzlsperger

Games:
Nintendo kündigt DSi LL bzw. XL an:
Nintendo DSi LL offiziell bestätigt

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Dienstag, 27. Oktober 2009

Sonntag, 25. Oktober 2009

DST-Stunden-Nutzung bei mir: Forza Motorsport 3 spielen

Ich will dem Spiel als Zeitkiller hier nochmal meine unbedingte Empfehlung aussprechen. Autoauswahl und Strecken großartig, die Fahrphysik nochmal besser als bei Forza 2 - was will man mehr? Ach ja: Augenkrebs gibt's auch nicht gerade. Kritikpunkte wären vielleicht, dass es kein klassischer Rennsimulator ist (Fahre Saison einer bestimmten Klasse, jeweils mit kompletten Rennwochenenden inklusive Training und Qualifikation) - aber wofür hat man sowas wie GTR Evo? Und, ja, Tageszeitenwechsel gibt's genausowenig wie dynamisches Wetter. Aber total egal, das Ding macht einfach nur Spaß! Mehr muss man dazu nicht sagen. 

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Freitag, 25. September 2009

Wochenschau KW39/09

Thema der Woche waren ganz klar die am Wochenende bevorstehenden Bundestagswahlen. Der am vergangenen Wochenende abgehaltene FDP-Parteitag hatte sich für eine klare Koalitionsaussage exklusiv zugunsten der Union ausgesprochen. Damit wurde die Ausschließeritis perfekt: Keiner will mit keinem koalieren: FDP nicht mit Rot-Grün, die SPD nicht mit den Linken und ganz ausgefallene Farbkombinationen wie Jamaika fallen ohnehin aus. Damit wird immer klarer, dass es am Wahlsonntag wohl auf Schwarz-Gelb (wenn es inklusive Überhangmandate dafür reicht) oder auf eine Fortsetzung der Großen Koalition hinausläuft.

Natürlich macht man sich in der Presse Gedanken, wen man wählen soll und wer seinen Wahlkampf besonders gut, schlecht oder langweilig gemacht hat. Die Taz empfiehlt: "Such dir das Thema aus, das dich am meisten berührt, bedroht, belastet" - und bezieht dies vornehmlich auf Bürgerrechte. Spiegel Online beschreibt mit "Angst und Biedersinn" die sogenannte Wahlkampf-Strategie der großen Parteien. Die Zeit wagt schon einen Blick auf das Ergebnis und die Zeit nach der Wahl, wagt aber auch einen Blick zurück auf den Wahlkampf und fragt sich:
"Bei uns ist der unglückliche Umgang mit einem Dienstwagen eine Staatsaffäre, der Gebrauch von Flug-Bonusmeilen ein Rücktrittsgrund und ein sogenanntes Fernsehduell, in dem zwei Kandidaten an einem sachlichen Austausch interessiert waren, eine Schandtat. Sind wir eigentlich noch recht bei Trost?"
Der Freitag schließlich nimmt den Netz-Wahlkampf der SPD auseinander und sieht in einem weiteren Kontext die Richtungslosigkeit der Postdemokratie.

In Netz und Medien war die Piratenpartei vor ihrer ersten Bundestagswahl ein großes Thema. Dabei waren die Wellen zu spüren, die ein Interview schlug, das der stellvertretende Bundesvorsitzende Andreas Popp der Wochenzeitung Junge Freiheit gegeben hat. Da diese Zeitung von manchen als Sprachrohr der "Neuen Rechten" gesehen wird, wurde das Interview heftig kritisiert. Eine Beschreibung der Problematik liefert die taz. Kritische aber nicht unsachliche über den Sachverhalt gibt es auch auf F!XMBR.

Ich persönlich sehe das Interview als solches nicht als unmöglich an, der Wirbel darum erscheint übertrieben - zu hinterfragen ist allerdings, hinter welchen Grundwerten die Piratenpartei denn nun genau steht. Ich werfe der Partei ihre Monothematik nicht vor, die ist vollkommen in Ordnung beim derzeitigen Stand. Aber das Programm, das man hat, sollte aus einem Satz von (freiheitlich-demokratischen) Grundwerten hergeleitet werden. Diese Grundwerte geben dann auch Orientierung, wie Fragen verschiedenster Art (wie z.B.: Mit wem sollte ich zusammenarbeiten/was ist ausgeschlossen? Wie stehe ich zum Sozialstaat/zur Wirtschaftskrise/zum Afghanistankrieg?) beantwortet werden können. Dieses Bekenntnis zu Grundidealen sehe ich bei der Piratenpartei bisher nicht - und so bleibt man eben ein Stück weit beliebig. Da muss man sich über Kritik dann auch nicht wundern.

Mein Artikel der Woche hat dann nochmals den Überwachungsstaat zum Thema: Heribert Prantl fragt sich in der Süddeutschen: Was stoppt die Überwachungsraserei? Aktuell wurde das Thema dann nochmals Ende der Woche, als ein Entwurf aus dem Innenministerium auftauchte, der polizeiliche Befugnisse für den Verfassungsschutz fordert.

Das Wochenende bietet die schon erwähnte (spannende?) Bundestagswahl, die F1 kehrt nach dem Crashgate-Urteil an den Tatort Singapur zurück und in der Bundesliga hat der HSV die Chance, aus seinem Mini-Tief herauszukommen - gegen die Bayern. Ein schönes solches wünsche ich.

Dienstag, 16. Juni 2009

Straße des 18. Juni

Zum 18. Juni findet man bei wikipedia unter anderem folgende Ereignisse:

- 1957: Das „Gesetz über die Gleichberechtigung von Mann und Frau auf dem Gebiet des bürgerlichen Rechts“ wird in der Bundesrepublik verkündet.
- 1970: Der Deutsche Bundestag beschließt eine Änderung des Grundgesetzes, die 18-Jährigen das aktive und 21-Jährigen das passive Wahlrecht auf Bundesebene gewährt. Nach Zustimmung des Bundesrates tritt das verfassungsändernde Gesetz am 31. Juli in Kraft. Eine Ankündigung des Bundeskanzlers Willy Brandt unter dem Motto „Wir wollen mehr Demokratie wagen“ ist damit erfüllt.

Fortschritte auf dem Gebiet der demokratischen Bürgerrechte also. Ein Eintrag, der bald hier stehen könnte, läuft jedoch gerade entgegengesetzt:

- 2009: Der Deutsche Bundestag beschließt das sogenannte "Gesetz zur Bekämpfung der Kinderpornographie in Kommunikationsnetzen, um eine Zensurinfrastruktur im Internet zu errichten.

Zumindest haben sich Union und SPD darauf verständigt. Kosmetische Änderungen im Gesetzentwurf werden von den einen als Erfolg der Netz-Community bezeichnet; andererseits ist Tenor der SPD-Fraktion, die über 130'000 Mitzeichner der Petition gegen das Gesetz hätten "alles falsch verstanden" (wie Jörg Tauss berichtet).

Es ist natürlich eine Genugtuung, 130'000 Mitstreiter bei sich zu wissen, die auch den Mut hatten, mit ihrem Namen gegen ein Gesetz einzustehen, das sich vordergründig gegen Kinderpornographie richtet. Aber genauso ist es auch frustrierend zu sehen, dass dies die sogenannten Volksvertreter offenbar nicht interessiert, ja, dass diese scheinbar mehr Angst davor haben, in der BILD als Verlierer des Tages dargestellt zu werden.

Es zeigt sich hier also in zweifacher Hinsicht ein Mangel an demokratischer Einstellung: Einerseits im Verabschieden eines Gesetzes, das Grundrechte unzulässig einschneidet und andererseits das Ignorieren von Einwänden des Souveräns, der einem leichtsinnigerweise Macht übertragen hat. Beides rührt von dem arroganten, paternalistischen Bild her, dass das Volk einerseits nichts verstünde und deshalb andererseits wie ein kleines Kind vor sich selbst geschützt werden müsse. Zumindest wirkt es auf mich so - vielleicht fühle ich mich auch nur zu oft für dumm verkauft.

Eines will ich den Damen und Herren Parlamentariern in Berlin aber noch gesagt haben: Seien Sie sich der Tatsache bewusst, dass Sie am 18. Juni die Büchse der Pandora öffnen, die nicht mehr so leicht zu schließen sein wird. Seien Sie sich dessen bewusst, dass Sie eine Linie überschreiten, sich für einen Weg entscheiden, der in seiner Maxime im Überwachungsstaat endet. Seien Sie sich aber auch dessen bewusst, dass Ihnen auf Ihrem Weg kein Erfolg beschieden sein wird, sondern dass Sie vielmehr massiven Widerstand erfahren werden. 130'000 Mitzeichner sind erst der Anfang - glauben Sie nicht, dass Sie gegen den Souveränd durchkommen!

Freitag, 22. Mai 2009

Sport am Wochenende KW21

Ganz schön viel los, traditionsreicher Motorsport und Saisonfinale im Fußball:

Formel 1: Grand Prix von Monaco in Monte Carlo

Das alte Spiel: Während der Woche Politik (Streit um die Budgetobergrenze, Ferrari droht mit Ausstieg, irgendwann wird man sich doch auf einen Kompromiss einigen) am Wochenende endlich wieder Racing.

Wobei es mit echtem Racing nicht viel zu tun haben wird (sollte es nicht doch am Sonntag regnen), denn wir sind schließlich in Monaco. Es gibt genau keine Überholstelle, die ist an der Hafenschikane und in 99% der Fälle geht ein Überholversuch dort auch schief.
Umso wichtiger ist das Qualifikationstraining am Samstag. Das Rennen wird dann wohl wieder einer Prozeesion gleichen, hin und wieder mit Unterbrechungen, weil doch wieder einer die Toleranz von ca. 30 Milimetern überschritten hat und in der Leitplanke gelandet ist.
Wenig echtes Racing also, aber vom Schauwert her trotzdem attraktiv -- lieber das Original als die langweilige Kopie von Valencia.

Vom Kräfteverhältnis dürfte Brawn wieder vorne mit dabei sein. Im gestrigen freien Training machten McLaren und Ferrari den Eindruck, dass ihre bisherigen Schwächen auf dem Stadtkurs nicht so sehr zu Tage treten - mit ihnen dürfte auch wieder zu rechnen sein. Bisher noch etwas in Problemen ist Red Bull. Immer noch in großen Problemen ist BMW...

Und wem die Formel 1 nicht ausreicht: Dieses Wochenende stehen noch die Indy 500 und die 24 Stunden auf dem Nürburgring an. Wenn das mal nicht das Wochenende der Traditionsrennstrecken ist!

Qualifikation Sa, 23.05., 14:00 MESZ
Rennen So, 24.05., 14:00 MESZ


Fußball: Bundesliga, Letzter Spieltag

Vor einer Woche von gewissen Sendern noch als das spannendste Bundesliga-Finale aller Zeiten ausgezeichnet, bleibt am Samstag nicht viel mehr als ein spannener Kampf um Platz 2. Wolfsburg dürfte durch sein (so weit lehne ich mich aus dem Fenster); zumindest genügt ihnen gegen Uefa-Cup-Finale-depressive Bremer ein Remis. Wobei, Bremen gefällt sich ja in der Rolle, Titelhoffnungen zu zerstören -  wie viel HSV im VfL steckt, wird sich zeigen.

Bayern spielt zu Hause gegen Stuttgart um Platz 2 (und die Chance auf die Meisterschaft, falls Wolfsburg verliert). Hierfür reicht Bayern wegen der Tordifferenz aber auch ein Unentschieden, während Stuttgart voll auf Angriff spielen muss.

Ach ja, theoretisch kann Hertha auch noch Meister werden, wenn sie in Karlsruhe 13:0 gewinnen - und auch Bremen Wolfsburg 12:0 schlägt. Stichwort Karlsruhe: Durch einen Sieg gegen Hertha könnten sie sich noch auf den Relegationsplatz retten. Dafür notwendig ist freilich ein entsprechendes Ergebnis von Cottbus (zu Hause gegen Leverkusen) und Bielefeld (zu Hause gegen Hannover). Gladbach sollte den Klassenerhalt schaffen, ein Unentschieden gegen Dortmung würde die Sache klar machen.

Wolfsburg - Bremen
Frankfurt - Hamburg
Bayern - Stuttgart
Cottbus - Leverkusen
Bielefeld - Hannover
Karlsruhe - Hertha
Köln - Bochum
M'gladbach - Dortmund
Schalke - Hoffenheim
jeweils Sa, 23.05., 15:30 MESZ

Fußball: 2. Bundesliga, Letzter Spieltag

Auch hier der letzte Spieltag, der SC Freiburg ist durch (Zweitliga-Abschiedsspiel zu Hause gegen Lautern), zwischen Mainz und Nürnberg entscheidet sich noch, wer in die Relegation muss: Mainz reicht gegen Oberhausen ein Remis, bei einer Mainz-Niederlage muss Nürnberg im Derby gegen München gewinnen, um auf Platz 2 abzuschließen.

Der Abstiegskampf ist noch etwas spannender: Ingolstadt und Wiesbaden sind zwar schon abgestiegen, aber der Relegationsplatz droht noch Osnabrück (in Duisburg), Rostock (in Wiesbaden), dem FSV Frankfurt (auf St. Pauli), Koblenz (in Ingolstadt) und vielleicht sogar noch München im klassischen Bayern-Franken-Derby. 

Wiesbaden-Rostock
Ahlen-Fürth
Ingolstadt-Koblenz
Nürnberg-München
Duisburg-Osnabrück
Freiburg-K'lautern
Aachen-Augsburg
St.Pauli-FSV Frankfurt
Mainz-Oberhausen
jeweils So, 24.05., 14:00 MESZ




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Freitag, 17. April 2009

Sport am Wochenende KW 16

Formel 1: Grand Prix von China in Shanghai

Nach einer Gerichtswoche gibt es nun endlich wieder Action auf der Strecke. So ganz zu den Akten gelegt werden kann die Diffusor-Geschichte allerdings noch nicht: Die ersten beiden freien Trainings gaben ein gewohntes Bild ab: Das Doppel-D-Sextett Brawn, Williams und Toyota ist wieder ganz vorne zu finden; zusammen mit einem wieder starken Red Bull Team. Was man allerdings von der Hamilton-Bestzeit im ersten freien Training halten soll - keine Ahnung!

Auch KERS ist wieder ein Thema, bei Kubica hat BMW es heute anscheinend auch ausprobiert, Ferrari fuhr komplett ohne, jedoch hatte dies keinen großen Einfluss auf das Zeitentableau: Beide Teams außerhalb der Top 10.

Ein weiterer Diskussionspunkt sind dieses Wochenende wieder einmal die Reifen: Man konnte heute Morgen deutliche Auflösungserscheinungen auf den super-weichen Reifen begutachten. Die Reifenwahl von Bridgestone erschließt sich mir noch nicht vollständig; letztes Jahr wurde die harte und mittlere Mischung geliefert, logisch wäre wohl hart und weich für dieses Jahr gewesen (um den Abstand zwischen den Mischungen etwas zu spreizen). Tatsächlich geliefert werden aber mittel und eben super-weich, das halte ich dann doch für etwas übertrieben.
Somit wird die Taktik für Sonntag wohl einen extrem kurzen Stint beinhalten; eventuell könnte man dann in der Top10-Qualifikation auch extrem leicht an den Start gehen.

Qualifikation Sa, 18.04., 08:00 MESZ
Rennen So, 19.04., 09:00 MESZ
(15:00 Ortszeit, diesmal sind wenigstens keine Probleme mit der Dunkelheit zu erwarten)


Fußball: 2. Bundesliga, 28. Spieltag
Nürnberg - St. Pauli am Sonntag könnte ein interessantes Spiel werden: Nürnberg ist derzeit auf dem Relegationsplatz und sollte den Anschluss an die Spitze nicht verlieren. St. Pauli derzeit nur auf Rang 8 mit 7 Punkten Abstand auf eben diesen Relegationsplatz - bei noch 7 verbleibenden Spielen kein Ding der Unmöglichkeit, aber ein Sieg am Sonntag ist dafür fast schon Pflicht. Nur leicht wird das nicht gegen Nürnberg: 4 Siege in Folge, keine Niederlage in den letzten 7 Spielen.
Die weiteren Aufstiegsaspiranten haben vermeintlich leichte Spiele vor sich: Mainz 05 spielt heute gegen RW Ahlen, der SC Freiburg spielt am Sonntag zu Hause gegen Ingolstadtund die SpVgg Greuther Fürth ist ebenfalls am Sonntag in Wiesbaden zu Gast.

Weitere Spiele:
Fr, 17.04., 18:00: Augsburg - Osnabrück, Rostock - Oberhausen

So, 19.04., 14:00: Duisburg - Koblenz, Aachen - Frankfurt
Mo, 20.04., 20:15: TSV 1860 - 1. FCK


Fußball: Bundesliga, 28. Spieltag
Die Reihen der Meisterschaftsanwärter lichten sich derzeit mit jedem Spieltag. Das Vorrunden-Team Hoffenheim hat sich mit dem 0:3 gegen Bochum wohl endgültig von der Meisterschaft verabschiedet und tritt im badischen Derby gegen so-gut-wie-Absteiger (ich hoffe ja, sie strafen mich lügen) Karlsruhe an. Wolfsburg kann gegen Leverkusen seine 5-Siege-Serie fortsetzen und einen weiteren Schritt Richtung Meisterschaft machen. Bayern ist immer ein Thema - der Klinsmann-Zirkus gastiert in Bielefeld. Und ein Sieg dort ist die Mindesterwartung...
Die punktgleichen Hamburger - frischgebackene UEFA-Cup-Halbfinalisten - dürfen am Sonntag zu Hause gegen Hannover ran. Auch ein Pflichtsieg, will man sich die Meisterschaftschancen intakt halten. Gezeigt wie das nicht geht, hat vergangenen Spieltag ja Berlin mit einer 0:2-Niederlage; die Hertha hat am Sonntag den anderen Halbfinalisten Bremen zu Gast und sollte nach einer Serie von 3 Niederlagen schleunigst die Wende einleiten, will man nicht noch mehr Boden auf die Tabellenspitze verlieren.
Stuttgart, zuletzt gut in Form mit 5 Siegen aus den letzten 6 Spielen, tritt in Köln an, um bei einem Straucheln der Vorderen vielleicht der lachende fünfte zu werden.

Weitere Spiele:
Fr, 17.04., 20:30: Schalke 04 - FC Energie
Sa, 18.04., 15:30: Eintracht - M'gladbach, Bochum - Dortmund


In diesem Sinne:
Viel Spaß und ein schönes Wochenende!







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